Kunst im Wintergarten
Der Wintergarten des Hällisch-Fränkisches Museum ist eine kleine, lichtdurchflutete Sonderausstellungsfläche und wird 2026 zur Bühne für zeitgenössische Kunst der Region Hohenlohe-Franken. In diesem einzigartigen Rahmen bekommen Künstlerinnen und Künstler die Möglichkeit, ihre Arbeiten konzentriert und wirkungsvoll zu präsentieren.
Die Ausstellungen von Renate Gruber, Gerd Schneider und Peter Lahr zeigen eine lebendige Vielfalt moderner Ausdrucksformen, von gegenständlicher Beobachtung bis zu abstrakten Kompositionen. Kunst im Wintergarten lädt dazu ein, Kunst aus nächster Nähe zu erleben und neue Perspektiven zu entdecken.
Die Ausstellungseröffnungen sind öffentlich und bieten eine kurze thematische Einführung sowie Gelegenheit zum Gespräch mit den Ausstellenden. Mit dem Führungsformat Begegnung im Wintergarten treten die Künstlerinnen und Künstler in ein offenes Gespräch über ihre Arbeiten und Techniken.
Alle Termine des Hällisch-Fränkischen Museums finden Sie unter Veranstaltungen.
quadrata et natura. Malerei von Renate Gruber
Sonderausstellung vom 14. Februar bis 22. März 2026
Renate Gruber begreift sich als Beobachterin und Analytikerin von Natur und Geometrie.
In den gezeigten Werken der Ausstellung "quadrata et natura" setzt sie sich intensiv mit der Formensprache der Natur auseinander. Malerisch untersucht sie die Strukturen von Baum und Maispflanze und rückt diese durch sorgfältig gewählte Bildausschnitte und Perspektiven ins Blickfeld. Akzentuierte Farbsetzungen verstärken dabei ihre Ausdruckskraft und lassen die organischen Motive in neuer Präsenz erscheinen: Ein kraftvoller alter Baum, aber auch Menschen, Landschaften, Farbräume und Architekturfassaden.
In ihrer zweiten Werkreihe löst sich Renate Gruber vom Gegenständlichen. Farbige Quadrate, scheinbar zufällig angeordnet, verdichten sich zu einer spannungsvollen, dynamischen Gesamtkomposition. Das Wechselspiel von Ordnung und Farbe lässt abstrakte Bildräume entstehen, die bewusst offen für Interpretation bleiben.
Mit diesen beiden Werkgruppen und weiteren Arbeiten zeigt Renate Gruber in ihrer ersten Einzelausstellung die Vielseitigkeit ihres künstlerischen Schaffens. Kunst bedeutet für sie Kreativität, Sichtbarkeit und Sinnlichkeit zu transportieren und Ausdruck zu verleihen.
Öffentliche Vernissage Freitag, 13. Februar 2026, 18 Uhr
Begegnung im Wintergarten: Künstlerinnengespräch mit Renate Gruber 22. Februar 2026, 14.30 Uhr Eintritt 5€ (keine Anmeldung erforderlich)
Vita Renate Gruber
Renate Gruber wurde in Schwäbisch Hall geboren und ist seit vielen Jahren künstlerisch tätig. Bereits in ihrer Kindheit zeigte sich ihr Talent; frühe Arbeiten wurden im Landratsamt Schwäbisch Hall ausgestellt und mehrfach prämiert. Erste Erfahrungen mit Ölfarben und Leinwand verdankt sie der Förderung durch ihren Vater. Über viele Jahre betreute sie Kunst-AGs an Grundschulen in Schwäbisch Hall und ist bis heute als Dozentin im Atelier des Hällisch-Fränkischen Museums tätig.
Seit 2004 vertieft sie ihre künstlerische Entwicklung an der Haller Akademie der Künste, unter anderem in der Aquarelltechnik bei Eberhard Stein und Ulrich Brauchle, in der Malerei bei Susanne Neuner und Peter Riek sowie in der Aktgestaltung bei Michael Klenk und Sonja Streng. Ihr Werk umfasst Acrylmalerei, Tinte, Künstlerkreide, Spachtel- und Mischtechniken. Geometrische Formen, insbesondere Vierecke, sowie Motive aus Natur, Landschaft und Architektur prägen ihre Arbeiten.
Lichtspuren - Nachtaufnahmen in Schwäbisch Hall Analoge Schwarzweißfotografien von Gerd Schneider
Sonderausstellung vom 25. Juli bis 27. September 2026
Mit seiner Hasselblad-Kamera und einem Stativ begibt sich Gerd Schneider auf die Suche nach Spuren menschlicher Präsenz, auch wenn Menschen selbst in seinen Bildern nicht zu sehen sind. Die Straßen und Plätze, die er fotografiert, sind meist menschenleer und strahlen doch, trotz aller Verlassenheit, menschliches Leben aus.
Seine Aufnahmen halten architektonische Strukturen fest und modellieren eine Welt des Stillstands und der Lautlosigkeit. Besonders die gezeigten Nachtaufnahmen entfalten ihren Reiz im Wiedererkennen vertrauter Orte: Einzelne Lichter zeugen von menschlicher Anwesenheit in verlassenen Straßen und Plätzen.
Mit der Schwarzweißfotografie, der Arbeit mit Schärfe und Unschärfe, Detailaufnahmen und einem ausgeprägten Interesse am Formalen steht Gerd Schneider in der Tradition der neusachlichen Fotografie.
Öffentliche Vernissage Freitag, 24. Juli 2026 18 Uhr
Begegnung im Wintergarten: Künstlergespräch mit dem Fotografen Gerd Schneider 9. August 2026 , 14.30 Uhr Eintritt 5€ (keine Anmeldung erforderlich)
Vita Gerd Schneider
Gerd Schneider wurde 1951 in Bad Friedrichshall geboren und war über dreißig Jahre als Erzieher in einer Einrichtung für Menschen mit geistiger Behinderung tätig. Seit mehr als vier Jahrzehnten beschäftigt er sich intensiv mit Fotografie, seit rund fünfzehn Jahren ausschließlich mit der Schwarzweißfotografie. Er ist Mitglied im „Forum Visuelle Tonart“, einem Zusammenschluss von Fotografen aus Deutschland, der Schweiz und Österreich, die sich überwiegend der Schwarzweißfotografie widmen.
Seit 1985 ist Gerd Schneider mit Einzel- und Gruppenausstellungen in der Region vertreten, unter anderem im Grafschaftsmuseum Wertheim und im Hohenloher Freilandmuseum.
Tee im Harem des Archimedes Malerei, Installation und Mixed Media von Peter Lahr
Sonderausstellung vom 24. Oktober bis 29. November
Peter Lahr erzählt Geschichten mit Farbe, Stift, Fotografie und Pinseln. In seiner Sonderausstellung Tee im Harem des Archimedes kombiniert er Malerei, Materialcollagen, Mixed Media, Zeichnung und Fotografie zu facettenreichen Bildwelten. Die Arbeiten reichen von großformatigen Menschenbildern bis zu übermalten Landkarten und zeichnen sich durch eine lebendige Farbigkeit aus, die an Fauves, Pop-Art und die „neuen Wilden“ erinnert.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Verbindung von organischem Wachstum und Architektur. Inspiriert von Wintergärten, Orangerien und Gewächshäusern entstehen dreidimensionale Tableaus, in denen Pflanzen aus südlichen Gefilden in kunstvoll gestalteten Räumen Schutz finden. Lahr schafft so poetische Szenen, die den Betrachter in überraschende, fantasiereiche Welten entführen.
Öffentliche Vernissage Freitag, 23. Oktober 2026 18 Uhr
Begegnung im Wintergarten: Künstlergespräch mit Peter Lahr 22. November 2026, 14.30 Uhr Eintritt 5€ (keine Anmeldung erforderlich)
Vita Peter Lahr
Peter Lahr wurde 1966 in Heilbronn geboren und ist freier Journalist und Künstler. Er studierte Archäologie und Kunstgeschichte in Tübingen, Heidelberg, Perugia und Viterbo und absolvierte zudem ein freies Kunststudium am Zeicheninstitut der Universität Tübingen sowie an der Akademie Bad Reichenhall.
Seine künstlerische Praxis umfasst Malerei, Installation, Materialcollage und Fotografie. Ein Schwerpunkt seines Werks ist die Darstellung des Menschen als Figur, Porträt oder Akt, häufig in Verbindung mit ornamentalen oder floralen Elementen. Darüber hinaus entwickelt Lahr dreidimensionale Installationen, die den Raum in die Bildsprache einbeziehen, sowie das Langzeitprojekt Ponte, das sich archäologisch inspiriert mit Spuren menschlicher Hinterlassenschaften in verlassenen Gebäuden beschäftigt.









